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Motivation Recycling

Wir Deutschen sind Recyclingweltmeister, aber…

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Wir kaufen etwas, verwenden es und werfen es dann in den Müll. Gerade bei Verpackungen und vielen Einweggegenständen ist deren Lebensdauer in Minuten an zwei Händen abzuzählen. Einen Coffee-to-go-Becher etwa haben wir ca. 10 Minuten in Benutzung, danach wird er zu Müll, der nicht recycelt werden kann. Doch mit dem Wurf in den Mülleimer ist es nicht getan. Der „Müll“ löst sich nicht in Luft auf.

Das „Aus den Augen, aus dem Sinn“-Prinzip mag zwar vordergründig funktionieren, doch es wird uns einholen. Besser, es hat uns bereits eingeholt. Exotische Strände versinken im Müll, traumhafte Tauchspots verwandeln sich in Unterwasser-Deponien, in Meersalz oder Trinkwasser wird Mikroplastik nachgewiesen.

Das Land der Recycling-Weltmeister

Doch eigentlich müssten wir unseren Blick gar nicht so weit in die Ferne schweifen lassen. Wer einmal mit offenen Augen durch eine größere deutsche Stadt geht, dem begegnet an jeder Ecke Plastikmüll, der einfach weggeworfen wurde, Plastiktüten, die in den Bäumen hängen oder vom Wind durch die Straßen geweht werden. Und das im Land der Recycling-Weltmeister. Zigarettenkippen, Bonbonpapier, Kronkorken oder Plastikflaschen – achtlos weggeworfen verschandeln sie nicht nur unsere Umgebung, durch Wind und Regen landet der Müll in Seen und Flüssen und wird schließlich in die Meere gespült. Dort bilden sich schwimmende Müllinseln, fast so groß wie Kontinente. Der „Great Pacific Garbage Patch“ entspricht der Größe Frankreichs – in dreifachem Ausmaß! Was denken wir uns dabei? Nach uns die Sintflut? Lernt nicht jedes Kind in der Schule, dass man Müll in den Mülleimer wirft? Was ist schief gelaufen in unserem Land? Ist die eigene Bequemlichkeit, der private Komfort so viel wichtiger, als unsere Erde? Wollen wir unseren Kindern eine riesige Mülldeponie hinterlassen?

Es bedarf so wenig und schränkt kaum ein, ein umweltfreundlicheres Leben zu führen. Würden wir nur alle das Unnötige weglassen, wäre schon viel getan. Die Plastiktüte in der Gemüseabteilung, der Strohhalm im Gin-Tonic oder der Wattepad im Bad – all diese Dinge ließen sich so einfach ohne zusätzliche Kosten oder weniger Komfort durch nachhaltige Alternativen ersetzen. Kleine Veränderungen, die eine unglaubliche Wirkung haben könnten, würde jeder sie vornehmen.

Doch was hindert uns daran? Es ist unsere Bequemlichkeit. Und eine gewisse Egal-Mentalität. Aber wie kann es uns egal sein, wie es unserer Umwelt geht? Wir fühlen uns doch auch in einer sauberen, aufgeräumten Wohnung wohler (zumindest die meisten von uns) und putzen ist sicherlich nicht die Lieblingsbeschäftigung der meisten. Doch wir machen es, weil es uns hinterher besser geht. Weil wir es gerne sauber und ordentlich haben. Dieses Prinzip sollte Mauern sprengen können.

Wir müssen den Radius erweitern

Wenn jeder vor seiner Haustür kehrt, ist die ganze Straße sauber. Doch es fehlt das Bewusstsein. Die Aufklärung wird besser. Aber was ist die richtige Strategie? Passiv bei sich anfangen und den anderen einen alternativen Lebensstil vorleben? Das fällt mir echt schwer. Stillschweigend zusehen, wie andere gedankenlos einfach weiter machen – das kann ich nicht. Anderen ins Gewissen reden mag manchmal sinnvoll sein, und ich kann mich auch oft nicht zurückhalten, aber ich glaube bei den meisten verursacht es eher eine Trotzreaktion. Sie fühlen sich angegriffen und schalten auf Verteidigungsmodus. Da helfen dann oft auch keine guten Argumente mehr. Bleibt also noch das neutrale Informieren, das Aufzeigen von Alternativen und das Verdeutlichen der Konsequenzen, die eine „Weiter so“-Handhabe zur Folge hat.

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