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Rezept

Das Glück hängt an den Bäumen

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Es ist Spätsommer. Die Äste der Spalierpflaumen im Garten meiner Mutter wiegen schwer unter der blau-violetten Früchtepracht. Sie hat uns um Unterstützung beim Pflücken gebeten, denn die Menge an Früchten ist alleine kaum zu bewältigen. Und obwohl bereits nach einer halben Stunde die Körbe voll sind, hängen die Äste immer noch voller Früchte. Weit über vier Kilo sind zusammen gekommen. Davon könnte ich dutzende Bleche Pflaumenkuchen backen, Kompott kochen oder sie einfach so essen. Doch diesmal will ich Pflaumenmus machen – zum ersten Mal. Das kostet Zeit, viel Geduld aber wenig Vorkenntnisse.

Ich habe mir zahlreiche Rezepte im Internet durchgelesen und noch eine dunkle Erinnerung an frühe Versuche in meiner Kindheit. Und daraus ist schließlich dieses Rezept geworden.

 

Zutaten

  • 3 kg Pflaumen
  • 750 g Zucker
  • 7 Gewürznelken
  • 4 Zimtstangen

Außerdem

  • Bräter oder ofenfester Topf
  • Kelle
  • 3 Weckgläser à 580 ml oder 6 bis 7 Marmeladengläser à 250 ml

Zubereitung

Die Pflaumen waschen, halbieren und entsteinen. Etwa zehn der ausgelösten Steine zur Seite legen und für später aufbewahren. Dann das Obst in einen Bräter oder anderen ofenfesten Topf geben. Auf dem Herd bei mittlerer Hitze weich kochen. Ich hatte die Pflaumen bereits einige Tage vorher entsteint und eingefroren, sodass ich sie im Topf zunächst auftauen musste. Für ein besonders feines Mus kann man die Fruchtstücke auch noch mit einem Pürierstab weiter zerkleinern, aber ich halte es nicht für notwendig.

Wenn die Früchte weich sind, die Zimtstangen mit in den Topf geben. Die Nelken entweder in einen kleinen Stoffbeutel oder Teefilter legen und diesen mit etwas Garn zubinden oder in ein Tee-Ei geben und zusammen mit den aufbewahrten Pflaumenkernen ebenfalls hinzufügen.

Tipp: Am besten zählt man die Kerne vorher ab, dann weiß man hinterher, wie viele wieder herausgefischt werden müssen. Die Kerne geben eine feine Mandelnote an das Mus ab.

Schließlich 150 g Zucker abmessen und unterrühren. Alles bei 175 Grad (Umluft: 150 Grad) insgesamt etwa vier Stunden im Ofen einkochen lassen. Währenddessen etwa jede halbe Stunde weiteren Zucker einstreuen (etwa 75 Gramm) und alles gut umrühren. Regelmäßig umrühren, damit die dicker werdende Masse nicht anbrennt. Das Pflaumenmus ist fertig, wenn man mit einem Löffel eine Linie darin ziehen kann und diese bestehen bleibt, ohne direkt wieder in sich zusammenzufallen. Wenn die Masse nicht genügend eindickt, regelmäßig die Ofentür öffnen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Man kann auch einen Holzlöffel in die Ofentür klemmen, damit die feuchte Luft dauerhaft entweichen kann.

In der Zwischenzeit die Gläser und Deckel mit kochendem Wasser ausspülen oder in der Spülmaschine sterilisieren und auf einem sauberen Geschirrhandtuch bereitstellen.

Wenn das Mus die gewünschte Konsistenz hat, die Zimtstangen, Nelken und Pflaumenkerne entfernen. Das fertige Mus sofort mit der Kelle in die vorbereiteten Gläser füllen. Diese sofort verschließen, umdrehen und circa fünf Minuten warten, bis sich die Masse gesetzt hat. Dann die Gläser wieder umdrehen und abkühlen lassen.

Geschlossene Gläser sind dann mehrere Monate haltbar. Wenn die Gläser beim Abfüllen steril waren, hält sich das Pflaumenmus sogar mehrere Jahre. Nach Anbruch die Gläser im Kühlschrank lagern.

Was geht noch?

Pflaumenmus ist viel mehr als nur ein Brotaufstrich. Es eignet sich sehr gut als Füllung für Torten, Hefegebäck oder klassisch österreichisch in Germknödeln oder Zwetschgenknödeln. Aber auch als Topping für Pfannkuchen oder zum Milchreis passt es sehr gut. In der deftigen Küche gibt Pflaumenmus Bratensaucen oder dem rheinischen Sauerbraten eine fruchtige Note.

 

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