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Zero Waste

Zero Waste – die ersten Schritte

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Rund 220 Kilo Verpackungsmüll produziert jeder einzelne von uns in Deutschland durchschnittlich pro Jahr. Damit liegen wir 53 Kilo über dem EU-Durchschnitt. Dass das ein Problem ist, wissen wir, wirklich ändern tut sich nichts. Immerhin hat jetzt das EU-Parlament beschlossen bis spätestens 2021 ein umfassendes Verbot von Einweg-Plastikprodukten auf den Weg zu bringen. Doch jeder einzelne von uns kann schon jetzt etwas gegen die Müllflut tun.

Beginne dich zu beobachten. Was konsumierst du, was bleibt, was wirfst du weg, wie viel Müll entsteht, welchen Nutzen hast du. Schau dir deinen Müll an. Was wäre leicht vermeidbar, was nicht?

Im zweiten Schritt solltest du anfangen dich zu informieren. Youtube-Videos und die Blogs von Lauren Singer, Bea Johnson, Kate Arnell oder Shia sind ein guter Anfang. Und wenn man sich erst mal in dieser Filterblase bewegt, öffnen sich täglich neue Horizonte. Auch in der Tagespresse sind mittlerweile regelmäßig Artikel, Reportagen und Berichte zum Thema Plastikmüll zu finden.

Jetzt beginnt die heiße Phase. Beginne in deinem Alltag Müll zu vermeiden. Wichtig: Nichts funktioniert über Nacht. Und noch wichtiger: Zero Waste ist ein unerreichbares Ideal. Vielmehr ist der Weg das Ziel. Und alle Veränderungen müssen sich unkompliziert in den Alltag integrieren lassen, sonst bleibt man nicht dran. Auch sollte man zunächst alle Produkte aufbrauchen, selbst wenn sie nicht zu dem neuen Lifestyle passen. Denn nichts ist weniger nachhaltig, als noch funktionierendes wegzuwerfen und es unnötig durch neues zu ersetzen. Eine Ausnahme würde ich machen: Kosmetik, die Mikroplastik enthält, gehört in den Müll.

©Anna Damm

Mache eine Art Inventur. Welche Gläser, Behälter oder Flaschen besitzt du bereits, die für Einkäufe loser Waren geeignet sind. Fast jeder hat Unmengen alter Stoffbeutel zuhause herumliegen. Wasche sie einfach alle einmal durch, sie sind für den Einkauf auf dem Markt oder beim Bäcker einfach unverzichtbar. Meine Sammlung alter Gläser war zu Beginn eher klein. Also habe ich zum einen im Unverpacktladen Waren in Pfandgläser abgefüllt und auch im normalen Supermarkt Joghurt, Oliven oder Gemüsekonserven in praktischen Gläsern gekauft, die ich dann hinterher wiederverwenden konnte.

 

©Anna Damm

Den Hobby-Näherinnen unter euch sei dieser Tipp ans Herz gelegt. Aus alten Kopfkissenbezügen oder Stoffresten kann man mit wenig Arbeit kleine Beutel für Reis, Nudeln, Hülsenfrüchte oder auch Gemüse und Obst nähen. Eines meiner ersten Zero Waste Nähexperimente waren wiederverwendbare Abschminkpads. Dafür habe ich mir einen Meter dicken Baumwoll-Molton gekauft und mir ein altes T-Shirt geschnappt. Aus beidem habe ich Kreise ausgeschnitten und sie mit breitem Zickzack-Stich zusammengenäht. Diese Pads verwende ich nun seit einigen Monaten. Nach Gebrauch sammle ich sie in einem Wäschenetz und werfe sie bei der nächsten 60 Grad-Wäsche einfach mit in die Maschine – das funktioniert wunderbar.

©Anna Damm

Wer keinen Unverpackt-Laden in seiner Nähe hat, muss improvisieren. Und auch mit Unverpackt-Laden lernt man noch einmal ganz neu einkaufen. Und das braucht Zeit. Bis heute habe ich mich in einem normalen Supermarkt noch nicht überwinden können an der Käsetheke darum zu bitten, den Käse in meinen mitgebrachten Behälter füllen zu lassen. Auf dem Wochenmarkt oder im Feinkostladen klappt das bei mir schon ganz gut. Aber von einem automatisierten Einkaufsverhalten bin ich noch weit entfernt. Die alten Automatismen stecken so tief, dass es Zeit braucht sie abzulegen. Denn Einkaufen nach dem Zero Waste Prinzip bedeutet ständig gegen den Strom anzuschwimmen. „Nein danke, ich brauche keine Tüte.“ „Das Brot nehme ich so.“ „Keinen Kassenbon, bitte.“ Alles Sätze, die man rechtzeitig äußern muss, um den Wunsch erfüllt zu bekommen.

 

Das schöne ist, man wird aufgeschlossener für neue Ideen. Es öffnen sich neue Türen. Und je mehr man sich mit dem Thema befasst, desto sensibler wird man für neue Wege. Vielleicht kennt ihr einen Bauern, der Gemüse oder Eier in seinem Hofladen verkauft. Oder ihr entdeckt einen Laden, der Öl, Essig, Weine und Spirituosen zum Abfüllen anbietet. Oder aber ihr tretet einer SoLaWi (Solidarische Landwirtschaft) bei und bekommt Bio-Lebensmittel wöchentlich zum Abholen bereitgestellt. Es gibt so viele Alternativen zum normalen Supermarkt-Einkauf. Viele kosten etwas mehr Zeit, aber sie bringen (mir zumindest) auch Spaß. Und wenn ich weiß, wo meine Lebensmittel herkommen, schmecken sie mir auch besser.

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